Ich habe den EQ mal mit dem Pro-Q von Fabfilter verglichen, der hier vom Konzept wohl ein wenig Pate gestanden hat (mit einem Hauch UAD Cambridge). Der Equilibre ist nicht so analytisch exakt unterwegs wie die beiden Vorbilder, die Frequenzgrenzen scheinen mir etwas schwammiger zu sein. Das kann entweder am Coding selbst oder der verwendeten Programmiersprache liegen. Wer wohlwollend ist, interpretiert sowas als Charakter oder individuelle Färbung. Dieses schließt den EQ aber als Instrument für die Klangchirurgie aus.
Das Handling der Fequenzpunkte ist etwas träge, zumindest bei mir gibt es einen Verzug zwischen Mausbewegung und Reaktion des ausgewählten Punktes - vergleichbar als wenn man in Windows diese Mausspur aktiviert, die ja auch immer leicht verzögert hinterher hinkt. Das ist mehr als kurios, da "alte" Plugins wie z. B. der Electri-Q hier flüssig arbeiten und schade, weil allein die Einstellung des Q-Werts im Equilibre jeden mir bekannten grafischen Freeware-EQ schlägt.
Bars/Graph sind hilfreich, auf Dauer in der Darstellung etwas zappelig für die Freunde des Augenlichts. Der A/B Vergleich ist sehr sinnvoll, wird kurioserweise oft von Entwicklern in FX vergessen.
Highlight ist die Sättigung, die m. E. leider nur auf das ganze Signal und nicht pro Frequenzband einstellbar ist.
Mein Fazit: In Teilen ist der EQ sinnvoll hinsichtlich der GUI aufgebaut und ein gutes Konzept zu kopieren ist generell in Ordnung. Wenn die o. a. technischen Kritikpunkte in einem Update angegangen werden, dann ist dieses Plugin wirklich eine Empfehlung.
Aktuell ist der EQ als Sättigungstool brauchbar. Mal auf einen schlappen Drumloop gesetzt können mit der Sättigung und etwas Equing die dünnen CPU-Rippen schon etwas Fett ansetzen.